Schutz vor FSME

„Impfungen werden allen Personen,
sowohl Kindern als auch Erwachsenen,
die in Endemiegebieten leben oder
in Endemiegebiete reisen, empfohlen.“
(Prof. Ingomar Mutz, Leoben)

In der Vergangenheit war der Schutz vor Tropenkrankheiten bei Auslandsreisen ein ernsthaftes Problem. Inzwischen wurden glücklicherweise Impfstoffe entwickelt, die umfangreichen Schutz bieten.

Es steht eine Reihe von wirksamen und sehr gut verträglichen Impfstoffen zur Verfügung. Impfungen gegen Dipthterie, Tetanus und Hepatitis werden allen Europäern empfohlen. FSME gilt in 27 Ländern als endemisch. Alle Personen, die in diesen Ländern leben oder in diese Länder reisen, benötigen einen entsprechenden Schutz.

Gründliche Untersuchungen der FSME-Epidemiologie werden erst seit kurzem durchgeführt. Die geschätzte Dunkelziffer der unbekannten Fälle von durch Zecken übertragener Encephalitis ist deshalb sehr hoch. Reisende aus Amsterdam, die FSME in Holland nicht gewohnt sind, können sich zum Beispiel infizieren, wenn sie in Österreich wandern gehen. Nichtsahnende Radfahrer aus Spanien, die eine Fahrradtour durch die baltischen Staaten machen, können sich genauso leicht infizieren.

Wenn wir nach Zentralafrika reisen, müssen wir uns vor Malaria schützen. Afrikaner, die nach Europa kommen, sollten gleichermaßen das FSME-Ansteckungsrisiko bedenken.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet: „FSME ist eine ernste akute Krankheit, die das zentrale Nervensystem befällt und bei 35–58 % der Patienten zum Tod oder zu langfristigen neurologischen Komplikationen führen kann.“

Die aktuelle Verbreitung von FSME kann von der beigefügten Europakarte abgelesen werden (Endemiegebiete sind gelb gekennzeichnet). Jedes Jahr werden in Europa neue Endemiegebiete entdeckt.

Endemic Areas

Präventions-Tipps:
-Helle, Arme und Beine bedeckende Kleidung tragen, auf der Zecken leicht zu erkennen sind. Langärmlige, eng an den Handgelenken anliegende Hemden oder Blusen tragen sowie lange, eng an den Knöcheln anliegende und in die Socken gesteckte Hosen und geschlossene, den gesamten Fuß bedeckende Schuhe.
-Diethyltoluamid (z. B. DEET) auf die Haut und Permethrin auf die Kleidung auftragen bzw. aufsprühen. Die Kleidung jedoch nicht einsprühen, während sie getragen wird, und die Kleidung vor dem Anziehen gründlich trocknen lassen.
-Die Haut täglich auf Zecken untersuchen. Kinder zwei- oder dreimal täglich überprüfen. Unter Taillenbünden, Sockenrändern, Armen sowie auch an anderen feuchten Stellen nachsehen.
-Zecken mit feinen Pinzetten entfernen. Die Zecke fest und so nahe wie möglich an der Haut erfassen. Die Zecke mit einer gleichmäßigen Bewegung von der Haut wegziehen, ohne sie dabei zu drehen. Wenn Teile der Zecke in der Haut stecken bleiben, sollten sie so bald wie möglich entfernt werden. Wird die Zecke mit Öl, Cremes etc. erstickt, kann weiteres infektiöses Material in den Körper eingebracht werden. Deshalb keine Vaseline, keine brennenden Streichhölzer oder Zigarettenspitzen, keinen Nagellack oder andere Produkte verwenden.

Derzeit ist keine Ursachenbehandlung für FSME bekannt. Die Prävention durch Spezialkleidung und/oder Zeckenabwehrmittel hat sich als nicht verlässlich genug erwiesen.

FSME kann jedoch durch eine aktive Immunisierung (Impfung) unterbunden werden.
Dabei werden nach einer vorschriftsmäßig durchgeführten Immunisierung spezifische Antikörper gebildet. Diese Antikörper reichen aus, um eine Infektion, die durch den Stich einer infizierten Zecke erfolgt, sofort zu bekämpfen, sodass die Ausbreitung des Erregers im Körper dadurch verhindert wird. Der geimpfte Mensch ist vor der Erkrankung und deren Folgen bestmöglich geschützt.
Wichtig ist auch die Impftechnik. Die Injektion soll in die Oberarmmuskulatur verabreicht werden.
Am besten soll mit der FSME-Impfung im Winter begonnen werden, um sicherzustellen, dass der Impfschutz bereits vor Beginn der Zeckensaison im Frühjahr gegeben ist.
Wenden Sie sich für eine genauere medizinische Beratung bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
printer-friendly version